Vollmonde und Neumonde 2019 

  • Neumond: 06.01.2019 02:28 MET 15°25' Steinbock Sonnenfinsternis 
  • Vollmond: 21.01.2019 06:09 MET 0°51' Löwe Totale Mondfinsternis 
  • Neumond: 04.02.2019 22:03 MET 15°45' Wassermann 
  • Vollmond: 19.02.2019 16:55 MET 0°43' Jungfrau 
  • Neumond: 06.03.2019 17:00 MET 15°47' Fische 
  • Vollmond: 21.03.2019 02:44 MET 0°09' Waage 
  • Neumond: 05.04.2019 10:40 MET/S 15°17' Widder 
  • Vollmond: 19.04.2019 13:21 MET/S 29°07' Waage 
  • Neumond: 05.05.2019 00:31 MET/S 14°10' Stier 
  • Vollmond: 18.05.2019 23:28 MET/S 27°39' Skorpion 
  • Neumond: 03.06.2019 11:52 MET/S 12°33' Zwilling 
  • Vollmond: 17.06.2019 10:39 MET/S 25°54' Schütze 
  • Neumond: 02.07.2019 21:10 MET/S 10°37' Krebs Sonnenfinsternis 
  • Vollmond: 16.07.2019 23:40 MET/S 24°04' Steinbock Mondfinsternis 
  • Neumond: 01.08.2019 05:01 MET/S 8°37' Löwe 
  • Vollmond: 15.08.2019 14:32 MET/S 22°24' Wassermann 
  • Neumond: 30.08.2019 12:36 MET/S 6°47' Jungfrau 
  • Vollmond: 14.09.2019 06:30 MET/S 21°05' Fische 
  • Neumond: 28.09.2019 20:26 MET/S 5°20' Waage 
  • Vollmond: 13.10.2019 22:59 MET/S 20°14' Widder 
  • Neumond: 28.10.2019 04:49 MET 4°26' Skorpion 
  • Vollmond: 12.11.2019 14:24 MET 19°51' Stier 
  • Neumond: 26.11.2019 16:20 MET 4°04' Schütze 
  • Vollmond: 12.12.2019 06:06 MET 19°52' Zwilling 
  • Neumond: 26.12.2019 06:19 MET 4°07' Steinbock Sonnenfinsternis

Nächstes Jahr in Jerusalem.......

Gedanken zur Stundenastrologie

von Silke Mader

"Nächstes Jahr in Jerusalem!", mit diesem Wunsch wird traditionell das Pessach-Fest beendet. Die Stadt Jerusalem stellt in diesem Kontext allerdings weniger ein konkretes Reiseziel dar als das Sinnbild für jenen erlösten seelischen Bewusstseinszustand, den man sich für den Anderen ebenso wie für sich selbst im Laufe des kommenden Jahres wünscht. Die Befreiung des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Sklaverei wird hierbei zum Symbol für die Befreiung aus einem begrenzten, rein körperlichmaterialistischen Denken (Ägypten auf Hebräisch: mizrajim – Grenzen, Einschränkungen, Hindernisse) - also zu einem Symbol für die Befreiung von der Fessel an irdische Begierden und materialistische Wünsche. Nächstes Jahr in Jerusalem! Die Seele, die sich einst ihr Glück durch die Klammer des Egos blockierte, möchte im nächsten Jahr in göttlicher Freiheit einen friedvollausgeglichenen Zustand zwischen Geist und Materie erreicht haben.

© by Ethik Verlag

Was hat dieser Wunsch nun mit der Astrologie zu tun? Abgesehen davon, dass so mancher Astrologe nach Jerusalem pilgert (auf der Suche nach ein wenig mehr Seelenheil und wenn die politische Lage des Landes dies gerade erlaubt) -, so befindet sich doch auch in jedem Horoskop ein vergleichbares, symbolisches "Jerusalem", wie man es sich nach dem Pessach-Fest mit Liebe wünscht! Man nennt dieses in der Astrologie allerdings eher christlich "das Jesuskind", welches als Geburtsversprechen im Horoskop erarbeitet werden muss. Dies in Anlehnung an Kapitel 2 des Matthäusevangeliums - der Weihnachtsgeschichte. Denn dort wird bekanntlich von den Weisen aus dem Morgenland berichtet, denen ein Stern die Ankunft des Jesuskindes kund getan hat. und die von diesem Stern dann nach Bethlehem geführt wurden. Jedes Geburtshoroskop hat im übertragenden Sinne einen solchen "Stern" in sich - einen entscheidenden Kernaspekt, der aufgetan werden muss, um dem Fragenden sein Geburtsversprechen zu erklären und somit Wege aufzuzeigen, das Leben erfüllter und glücklicher leben zu können. 


Die Passage aus dem Matthäusevangelium vergegenwärtigt aber noch etwas anderes und im Kontext der Astrologie bedeutsames: In der Antike kannte kaum jemand seinen Geburtstag -, daher war es damals üblich, Fragen nahezu ausschließlich mit der Stundenastrologie zu bearbeiten: Man fertigte das Horoskop auf den Zeitpunkt der Fragestellung an und konnte von diesem Horoskop aus dann viele Themen bearbeiten: Seien es Fragen nach Verwandten, verschwundenen Personen oder verlorenen Dingen bis hin zum exakten Verbleib eines Schiffes. Aber auch spezielle Fragen hinsichtlich der persönlichen Zukunft bis hin zum Todeszeitpunkt sind in einem Stundenhoroskop enthalten ebenso wie abstraktere Fragen, ob z.B.ein Gerücht wahr sei oder ob es dem König gut gehe oder ob eine wichtige Persönlichkeit auftauchen wird.... 


Tatsächlich sind die meisten der bis zum heutigen Tage noch als aktuell geltenden, astrologischen Erkenntnisse zur Stundenastrologie bereits ein, zwei Jahrhunderte vor der Geburt Christi bekannt gewesen. Der für seine präzisen Beobachtungen geschätzte Hipparchos (u.a. tropischer Tierkreis, Präzession, Sonnenjahr, Jahreszeiten) starb vermutlich bereits ca. 120 v. Chr. auf Rhodos. Seine Schriften gingen uns zwar verloren, sind jedoch in nicht unerheblicher Weise über Claudius Ptolemäus (ca. 100 - 160 n. Chr.) rekonstruierbar, dessen Tetrabiblos bis heute zu den wertvollsten Büchern der Astrologie zählen! Die vier Bände dieser Tetralogie vereinen u.a. das gesamte Rüstzeug der Stundenastrologie in seinen wichtigsten Zügen. Doch auch sein Almagest, ein weiteres wichtiges Werk von Ptolemäus, verblüfft uns heute noch mit präzisen astronomischen Kenntnissen und Aufzeichnungen. 


Worum geht es denn bei der Stundenastrologie? Wie war es möglich, dass die Weisen aus dem Morgenland durch ein Horoskop herausfinden konnten, dass eine so wichtige Persönlichkeit wie Jesus Christus geboren werden wird - und vor allem, in welcher Region dies geschehen würde?

Natürlich ist es mir nicht möglich, hier die komplexen Grundlagen der Stundenastrologie quasi in einem Satz zu resümieren, dennoch möchte ich zunächst ein einfaches Beispiel geben: 


Man stelle sich vor, jemand kommt in meine Praxis und will wissen, ob seine Kreditkarte, die er bereits hat sperren lassen, ihm tatsächlich gestohlen wurde oder er diese nur verloren hat. In so einem Fall fertige ich also ein Horoskop auf den Moment der Fragestellung an und ordne dem verlorenen Gegenstand ein Feld zu. Da es um materiellen Besitz geht (das zweite Haus!) suche ich folglich den Herscher des zweiten Hauses. Im Horoskop des Fragenden aus unserem Beispiel stand dieser nun wiederum im zweiten Haus, was im Kontext eines zudem sehr positiv aspektierten Mondes zu jenem Planeten, welcher den Fragenden repräsentierte, eindeutig zu dem Schluss führt, dass die Karte nicht gestohlen worden war. Im Gegenteil! Sie musste sich an einem Ort in seinem Haus befinden, wo er seine Wertgegenstände deponierte. Ferner war anhand des Mondes klar ersichtlich, dass man den Verlust sehr zeitnah würde aufdecken können. Die ganze Geschichte endete dann drollig: Die Karte befand sich nämlich noch im Portemonnaie des Fragenden! Doch nicht dort, wo er sie gesucht hatte - sondern ganz verborgen in der Innenseite, wo er sonst nichts deponierte. 


In der Antike (also einer Epoche, die weder über Telekommunikation noch Elektrizität verfügte), war es eminent hilfreich, dass Fragen, wie z.B.: " Wo ist mein Frachtschiff gerade unterwegs?" oder: "Wo befindet sich mein Sohn, der auf Wanderschaft ging....?" bis hin zu: "Soll ich diese Person heiraten?" über die Stundenastrologie klar und deutlich bearbeitet werden konnten. So spricht die Bibel auch eigentlich respektvoll von "den Weisen" aus dem Morgenland und nennt uns keine konkrete Zahl. Denn viele wichtige astrologische Wurzeln reichen in der Tat weit in den östlichen Raum nach Indien und Asien. Wer der Schrift kundig und in der Astrologie bewandert war, dem war es damals möglich zu den tiefsten Pforten des Wissens vorzudringen! Doch vor allem kannten in der Antike eben viele Menschen ihren Geburtstag nicht und mittels der Stundenastrologie war es, wie oben bereits erwähnt, dennoch möglich, sämtliche Fragen nach dem eigenen Leben, der Familie und allen weiteren Gegebenheiten präzise zu beantworten. 


"Nächstes Jahr in Jerusalem!" Weit scheinen wir von dem eingangs zitierten Gruß nun abgeschweift zu sein! Doch dem ist nicht so. Denn die Astrologie und vor allem das in jedem Horoskop verborgene "Jesuskind" (also der Schlüssel zur Beantwortung einer gestellten Frage oder eben der Schlüssel zur Identität des Fragenden) erleichtern uns es sehr, jenen von den irdischen Fesseln befreiten Bewusstseinszustand zu erreichen, den man sich mit diesem Gruß zu wünschen pflegt. Im ersten Schritt ist dies wahrscheinlich der Einklang von Geist und weltlichen Bedürfnissen... dem man sich nur annähern kann, wenn man um die eigenen Bedürfnisse und Interessen weiß. Vor allem, wenn man gelernt hat, diese im Einklang mit dem Umfeld einzubringen und zu verwirklichen. Oder, wie der berühmte Stundenastrologie William Lilly (1602-1681) in seiner "Introduction to Astrology" den Astrologieschülern rät: „As thou daily conversest with the Heavens, thou construct and form thy mind according to the image of Divinity: learn all the ornaments of virtue.....“

© by Ethik Verlag

Der Tierkreis der Aborgines: Sydney oder die Suche nach der  verborgenen Zeit

Traumzeit - wer denkt da nicht an Marcel Proust? Die Traumzeit der Aborigines bezeichnet jedoch jenen Bereich einer unzerstörbaren Zeit, welche auch die eigentliche Zeit der Schöpfung genannt werden könnte. Es ist eine Zeit, die auf anderen Räumen basiert, als wir sie uns innerhalb der linearen Vorstellungswelt des Verstandes vorstellen. Eine Zeit, in welcher Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufgehoben sind und die in der Poesie wahrscheinlich „nunc stans“ („Jetztzeit“) genannt werden würde. Gemeint ist damit jener außergewöhnliche Moment der menschlichen Wahrnehmung, in dem lineare Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen fließen.

© Rosemary Rubuntja

Eine Wahrnehmung, deren Mitteilung in der europäischen Kulturgeschichte erst in der Moderne und Postmodern mit Malern wie Paul Klee und Kandinsky oder Dichtern wie René Char zugänglich gemacht werden konnte - also stets gekoppelt an vorsichtig erarbeitete Werkstücke der Künstler. Für die Aborigines hingegen ist der Nunc stans der Wahrnehmung nichts anderes als das Tor zur eigentlichen Welt – einer Welt freilich, von der sie wissen, dass der Mensch sich darin nur vorsichtig auf Spurensuche begeben kann. Denn ihm und seiner Wahrnehmung ist es gerade nicht möglich, das Ganze dieser Schöpfungszeit zu überblicken. Also doch eine Suche nach der verlorenen Zeit?


Die Aborigines wählten zwar nicht den Duft einer Madeleine, um in die eigentliche Welt der Träume hinabzutauchen. Doch auch ihnen gelingt der Zutritt in die Traumzeit der Schöpfung, indem sie sich körperlich über ihre Wahrnehmung in die verschiedensten Energiefelder begeben, z.B. jene der Verstrorbenen, der Erde selbst, der Pfanzen und Tiere. Wobei die Bedeutung dieser Energiefelder stets neu dechiffriert werden muss - oder in der Sprache der Aborigines "erträumt". Nie haben sie versucht, mit dem begrenzten, kalkulierenden menschlichen Verstand ein geschlossenes, endgültiges Weltbild zu entwerfen. Die eigentliche Genialität dieser Kultur besteht darin, dass sie schon immer ihr Hauptaugenmerkt auf die Offenheit (Flüssigkeit) der Dinge richtete und in fester Materie nur Schein erkennen. Derart waren und sind sie unserer wissenschaftlichen Wahrheit - und sei es jene der Quantenphysik - stets ein Stück voraus. 


Doch was hat dies mit der Astrologie zu tun? 


Eine Menge! Denn zu meiner Freude fand ich im australischen Museum von Sydney, als ich durch die dort gestaltete Traumzeit der Aborigines wandelte, ein Horoskop an der Wand hängen! Einen Zodiak mit exakt unserer Häuseraufteilung (äquale Manier). Ich hatte zwar gewusst, dass die uralte Kultur der Aborigines auch die Astrologie vorweggenommen hat. Doch das Horoskop im Museum von Sydney schien irgendwie zu belegen, wie wichtig die Astrologie für die Aborigines tatsächlich war - trotzdem ihre Kultur sich doch eigentlich jedem fixierenden und katalogisierenden Weltbild widersetzt. Andererseits ist die so geschlossen erscheindende Formatierung des Zodiaks ja auch nichts anderes als ein Tor in die ganz unterschiedlichen Zeiten und Zeitsystem - und letztlich ein kleiner Moment Ewigkeit.

Magische Passagen…..

Bei den Hellsehern im Wong Tai Sin Tempel

von Silke Mader

Der taoistische Wong Tai Sin Tempel in Hongkong wurde 1921 errichtet und ist aufgrund seiner schönen traditionell-farbenprächtigen, chinesischen Gestaltung ein Magnet für Touristen weltweit. Mit 3 Mio. Besuchern jährlich floriert der Publikumsverkehr in dem Tempel jedoch nicht nur aus rein spirituellen und ästhetischen Gründen: Wong Tai Sin soll nämlich Wünsche erfüllen können! Den Hongkongern gilt er als wichtigster Glücksgott, der nicht nur hilft, Krankheiten zu überwinden sowie Schutz und Förderung bei den wichtigen Dingen des Lebens bietet (so z.B. Hochzeit, Geburt, Beruf etc.) - sondern auch vor Pferdewetten und Glücksspielen gilt sein Segen als äußerst gewinnbringend und begünstigend…..


Ob der Heilige selbst diese materielle Nutzung seiner Gaben für wünschenswert erachtet hätte? Gemäß der in dem Tempel verwahrten Aufzeichnungen wurde er 338 in Wong Cho Ping in absoluter Armut geboren,(1) und musste schon ab seinem 7. Lebensjahr als Schafhirte arbeiten. Mit 15 Jahren hatte er, während er die Schafe hütete, eine ihn erleuchtende Begegnung mit einem der Unsterblichen, und in Folge dieser Initiierung verfügte er über Heilenergien und soll sogar Steine in Schafe verwandelt haben. Bei so viel Magie erstaunt es natürlich nicht, dass sich an den Wong Tai Sin Tempel mittlerweile ein ganzes „Orakelzentrum“ anlehnt, das von den Einheimischen mit Selbstverständnis und Respekt vor wichtigen Lebensentscheidungen oder dem Gang zum Pferderennen genutzt wird. Meine Astrologenseele ergriff Neid, als ich die langen Passagen über drei Etagen mit den vielen, vielen schmalen wohl nummerierten Läden der Wahrsager, Kartenleger, Feng Shui Meister oder Paht Chee Experten entlang ging. Ein jeder dieser kleinen Läden bietet Platz für einen kleinen Tisch, zwei Stühle und manchmal auch ein schmales Regal. Sorgsam schmücken die Wände dieser „Büros“ selbst gemachte Werbeschilder, Diplome oder auch Fotos von Beratungen mit wichtigen Persönlichkeiten und Auftritten. Vor den Läden stehen kleine Stühle für die Wartenden - wobei es allerdings so viele Berater gibt, dass kein Kunde lange warten muss.

© commons.wikimedia.org 


Warum können wir – zumindest in den großen europäischen Städten – unsere Hellseher und Wahrsager nicht ebenso ehren? Warum nicht in jeder Stadt in der Nähe einer Kirche ein Orakelzentrum gründen, das mit vielen kleinen Läden aufwartet, in dem die Astrologen, Kartenleger, Medien und Coachs der Stadt ihre Kundschaft empfangen können…? Optimalere Arbeitsbedingungen kann man sich kaum vorstellen... Diese kleinen Läden sind zudem nicht kostenaufwendig und haben aufgrund der schmalen Räume eine „private“ Aura, die es leicht macht, über schwierige Themen zu sprechen. Kirchliche Nähe sorgt für Respekt und erleichtert die meditative Einstimmung bei den Ratsuchenden. In Hongkong gibt es im Wong Tai Sin Tempel sogar einen gutmütigen Wachmann, der die Flure auf und ab läuft, um dafür zu sorgen, dass sich allzu unglückliche Ratsuchende ruhig verhalten. 


Nun wird der eine oder andere mir gegenüber vielleicht die Überlegung äußern, dass es in den westlichen Kulturkreisen diesen Respekt gegenüber der Magie der Hellseher nicht geben könne, weil nun einmal alles, was – salopp formuliert - mit „Spirit“ oder „Chi“ zu tun habe, im asiatischen Raum wesentlich fundiertere, niveauvollere, da Jahrtausende alte Früchte hervorgebracht habe. Erstmals hörte ich diese, mir heute absurd erscheinende Haltung von einem japanischen Professor, welcher - als ich einen Sommer lang in Italien studierte - bei der gleichen Schriftstellerin untergebracht worden war wie ich. Gemeinsam mussten wir zusammen mit zwei anderen Studierenden bei abendlichen Gesprächsrunden italienische Konversation trainieren, und ich nahm mir damals dessen Äußerungen über die unsensiblen und oberflächlichen Europäer sehr zu Herzen. Vor ein paar Wochen hingegen schmunzelte ich nur noch, als ich in Singapur bei einem Feng Shui Seminar neben einem malaysischen Ehepaar saß, das bereits bei einem kurzen Gespräch die gleiche Anschauung vertrat: Die Bemühungen der Westler, die asiatische Kultur und das ganze Spektrum des Feng Shui zu verstehen, seien im Prinzip zwecklos, 


Paradoxerweise war es nun gerade der Wong Tai Sin Tempel bzw. das dortige Orakelzentrum, welches bezüglich dieser Thematik mit einem unerwarteten Geschenk für mich aufwartete. Ausgerechnet hier sollte ich ermuntert werden, diese unbarmherzige Sicht auf die Kenntnisse, welche die europäische Kulturgeschichte bezüglich des Umgangs mit dem "Chi" sowie der Magie der Natur hervorgebracht hat, auch in Zukunft nicht zu teilen. Denn zum einen war bis zur grausigen Epoche der Hexenverbrennung auch innerhalb Europas ein weit reichendes und faszinierendes Spektrum ganzheitlichem ("magischen") Wissens vorhanden, welches nicht nur aus dem asiatischen, sondern z.B. auch aus dem keltischen oder mesopotamischen Raum zu uns gelangt und weiter entwickelt worden war. Vieles hiervon ging leider verloren bzw. geriet in Vergessenheit, nachdem die Menschen im Zuge der Inquisition zu viel Angst hatten, ihre Kenntnisse offen zu tradieren oder überhaupt hierüber zu sprechen. Zum anderen konnte das einzigartige Instrumentarium der westlichen Astrologie glücklicherweise samt der Fülle an Forschungsergebnissen, die damals schon vorlagen, gut geschützt werden. Sicherlich auch, weil es sich hier um Wissen handelte, das aufgeschrieben und somit verborgen werden konnte. Ausgerechnet im Wong Tai Sin Tempel sollte mir nun die Präzision der Astrologie, ihre jahrtausendealte Tradition sowie ihre unfassbarer Fülle an Möglichkeiten einmal mehr zu Bewusstsein gebracht werden: 


Wie das? Davon überzeugt, dass ich im Hongkonger Orakelzentrum etwas ganz Besonderes würde lernen können, hatte ich einen englischsprachigen Berater ausgewählt und um eine Lesung gebeten. Der „Meister“, bei dem ich anklopfte, blickte daraufhin in meine Hände und in mein Gesicht, und teilte mir mit, dass ich noch ein langes Leben vor mir haben und sehr reich sterben werde. Details meiner Zukunft konnte er mir jedoch keine nennen - nur, dass ich In der ersten Hälfte meines Lebens weniger pragmatisch gewesen sei als ich es in der zweiten Hälfte sein würde. Aktuell sei ich wahrscheinlich Unternehmerin mit vielen Angestellten…. ? Der Wohnsitz im Ausland? Da musste ich dann leider den Kopf schütteln und erklärte dem „weisen Mann“, dass ich eine Kollegin von ihm sei…. eine Astrologin. Hätte bei mir diese Aussage eines Kunden in der Beratung sicherlich Interesse hervorgerufen (insbesondere wenn derjenige von einem ganz anderen Kontinent kommt!) - so war der "Meister" nun mit seiner Deutung schnell fertig, 750 Hongkong Dollar sollte ich für die knapp zehn Minuten bezahlen (= ca. 75 Euro). Ich gab ihm daraufhin 300 Dollar ( = ca. 30 Euro), wohl wissend, dass auch dies sogar für europäische Verhältnisse noch viel zu viel war und für Hongkong sowieso. Doch das Karma dieses Meisters wird kein Gutes sein, würde er weiterhin rücksichtslos mit den Touristen verfahren! Auch meiner Bitte nach einer Art "Quittung" oder "Beleg" - da ich meine Reise würde abrechnen müssen - wurde nicht entsprochen. 


Dennoch hatte ich durchaus etwas gelernt und erfahren - wenn auch etwas ganz anderes als ich erwartet hatte! Zum einen hatte mir die Auseinandersetzung mit Paht Chee und Feng Shui der letzten Jahre - und nun auch das Lesen aus Hand und Gesicht - zwar gezeigt, dass gerade Paht Chee und Feng Shui wunderbare Wissenschaften sind, welche Perspektiven aufzeigen, die die Astrologie nicht kennt. Will man sein Dasein bewusst ausrichten, so sind Paht Chee und Feng Shui daher - ebenso wie die Astrologie - geradezu lebensnotwendig. Doch hinsichtlich der Präzision einer detaillierten Einblicknahme in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Menschen sowie dessen Fähigkeiten und Charakter bleibt die westliche Astrologie ein unschätzbares Instrument, auf das wir Europäer ruhig ein wenig stolzer sein sollten! Das dachte ich mir zumindest, als ich im Orakelzentrum später an zwei jungen Touristen vorbei lief, die sich gerade aufgeregt aus der Hand lesen ließen... Warum nur hier in Hongkong? Wer in Europa regelmäßig zu einem gut ausgebildeten Astrologen geht, um sich schützen und unterstützen zu lassen, der kann mit sehr präzisen Auskünften rechnen. Hierfür muss man also nicht extra in das wunderschöne Land China fliegen. Wobei die astrologische Beratung in vielen Fällen dann auch noch steuerlich absetzbar ist...... 


Das klingt nun schon beinahe zornig - so ist es natürlich nicht gemeint. Doch mir erscheint es wichtig, den Widerspruch, dem viele Europäer sich unterworfen haben, einmal zu beleuchten: Warum sind wir stets gerne bereit, mediale Wahrheiten aus dem asiatischen Raum in unseren Lebensalltag zu integrieren - doch bespötteln die gleichen Traditionen innerhalb Europas? Kurz und gut: Hoffen wir, dass es auch in Europa bald in jeder Stadt Orakelzentren gibt, so dass hier noch mehr Menschen von der Fülle der Möglichkeiten der Astrologie werden profitieren können. 


© by Ethik Verlag 2013

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